Katerfrühstück am Aschermittwoch

Politik und Wirtschaft diskutieren über den Standort Köln

Politik und Wirtschaft diskutieren über den Standort Köln
Sie diskutieren über den Standort Köln (v. l.): Michael Jäger (ARBEITGEBER KÖLN e. V), Minister Prof. Dr. Andreas Pinkwart, Dr. Stephan Keller (Stadt Köln), Claudia Schall (Radio Köln), Nicolai Lucks (Kreishandwerkerschaft Köln), Timo von Lepel (NetCologne), Wolfgang Reß (ARBEITGEBER KÖLN) und Stefan Sommer (Kölnische Rundschau). Foto: Kölnmetall
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12. März 2019

Unter dem Motto „Köln wie entfesselt? Wohin entwickelt sich der Wirtschaftsstandort 4.0?“ diskutierten beim 19. Katerfrühstück der ARBEITGEBER KÖLN e.V. und NetCologne am diesjährigen Aschermittwoch Vertreter aus Politik und Wirtschaft. Mit dabei waren unter anderem Landesminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart und Kölns Stadtdirektor Dr. Stephan Keller.

„Eine leistungsfähige Verkehrsinfrastruktur ist ganz entscheidend für eine leistungsfähige Wirtschaft“, betonte Michael Jäger, Vorsitzender der ARBEITGEBER KÖLN e. V., bei seinem Eröffnungsstatement vor rund 200 Gästen über den Dächern Kölns. Doch wer in und um Köln mit Auto oder Bahn unterwegs sei, wisse, dass die Verkehrsinfrastruktur am Limit fahre. Eindringlich warnte Jäger vor der derzeit diskutierten Express-Busspur auf der Aachener Straße: „Bei einem Arterienverschluss der Hauptverkehrsader im Westen der Stadt ist der Verkehrsinfarkt nicht mehr in weiter Ferne.“ Gut gemeinter Aktionismus führe nur zu noch mehr Stau und helfe am Ende auch nicht bei der Verbesserung der Luftqualität.

Doch nicht nur die Verkehrsinfrastruktur sei ein wichtiger Faktor für einen Wirtschaftsstandort. Mit den Entfesselungsgesetzen sei die nordrhein-westfälische Landesregierung angetreten, die Wirtschaft im bevölkerungsreichsten Bundesland von ihren Fesseln zu befreien. Das Gesetz soll vor allem bürokratische Hürden für Handwerk und mittelständische Wirtschaft abbauen. Noch immer hinke das Schwergewicht Nordrhein-Westfalen bei der wirtschaftlichen Entwicklung hinterher. Jäger begrüßte daher die ergriffenen Maßnahmen, gab aber zu bedenken: „Vieles braucht Zeit, um Wirkung zu entfalten. Die Entfesselung des angeschlagenen Riesen NRW ist eher ein Marathon, denn ein Kurzstreckenlauf.“ Wie wichtig eine übergeordnete Digitalstrategie für Kölns Wirtschaft ist, betonte in diesem Zusammenhang NetCologne Geschäftsführer Timo von Lepel. Die Basis für den digitalen Wirtschaftsstandort 4.0 sei bereits gelegt: „Köln nimmt mit Blick auf den Ausbau der digitalen Infrastruktur deutschlandweit schon heute eine Spitzenposition ein. Mit der aktuellen Digitaloffensive werden bis 2022 70 Prozent aller Haushalte und Gewerbe über einen direkten Glasfaseranschluss verfügen. Darüber hinaus hat die Stadt das dichteste kostenfreie WLAN-Netz und auch im Bildungssektor sind bereits alle Kölner Schulen mit Glasfaser ausgestattet.“ Jetzt gelte es, die digitale Zukunft Kölns zu gestalten, so von Lepel.

Genehmigungsverfahren sollen vereinfacht werden

In seinem Impulsvortrag erklärte Wirtschafts- und Digitalminister Prof. Dr. Andreas Pinkwart: „Mit der Entfesselungsoffensive hat die Landesregierung gleich zu Beginn alle für die Wirtschaft relevanten Gesetze, Verordnungen und Regelungen auf den Prüfstand gestellt. Ergebnis: In den ersten drei Entfesselungspaketen haben wir 40 Gesetze, Verordnungen und Regelungen abgeschafft oder vereinfacht, weitere Pakete sind in Vorbereitung. Ziel sind unkomplizierte und schlanke Regeln und Verfahren, die mehr Freiraum für Eigeninitiative und Innovationen ermöglichen.“

„Die Wirtschaft erwartet zu Recht von uns, dass wir unsere Hausaufgaben machen und ein leistungsfähiger Dienstleister sind“, so Stadtdirektor Dr. Stephan Keller. „Dazu gehören schnelle Genehmigungsverfahren genauso wie umfassende digitale Services. Mit der Verwaltungsreform werden wir moderner und leistungsfähiger; dafür stehen beispielsweise die Einführung des elektronischen Gewerbeanmeldeverfahrens und das Projekt zur Beschleunigung von Baugenehmigungsprozessen mit der Einführung der digitalen Bauakte. Als größte kommunale Bauaufsichtsbehörde in NRW gehört die Stadt Köln zu einer der sechs Pilotkommunen bei der durch das Land NRW beabsichtigten Digitalisierung des Baugenehmigungsverfahrens. Schnelligkeit, Zuverlässigkeit und Qualität machen die Verwaltung zu einem Partner der Wirtschaft“, so Dr. Keller zusammenfassend.

Autor: Florian Meurer

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